Tuthill Porsche 912 mit einem Twist

Vor über einem Jahrzehnt stürzte sich Mat in ein ehrgeiziges Automobilabenteuer. Inspiriert von einem Freund, der einen klassischen Volkswagen gekauft und damit durch die USA gereist war, stellte er sich eine ähnliche Reise vor – nur diesmal am Steuer eines etwas anderen Fahrzeugs. Nachdem er verschiedene Marken und Modelle in Betracht gezogen hatte, entschied er sich für einen Porsche. Dies verdankte er auch einem Freund aus Kalifornien, der Erfahrung mit dem Sammeln und Handeln dieser Kultmarke hatte.

Die Vision war schon früh klar: ein straßentauglicher Porsche, der den Geist der frühen 911-Rennwagen, insbesondere des 911 R und T/R aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren, heraufbeschwört. Mat war von ihrer minimalistischen Ästhetik und der rennsporterprobten Technik angetan. Er wollte dieses Gefühl nicht nur optisch, sondern auch strukturell nachbilden – mit einer leichten, nahtgeschweißten und verstärkten Karosserie, die an einen Werksrennwagen erinnert.

Um das Projekt in die Tat umzusetzen, wandte sich Mat an Tuthill Porsche , bekannt für seine Expertise im Bau leichter, leistungsstarker Porsche-Modelle. Bei seinem ersten Besuch in der Werkstatt fand er ein weißes Auto, das den dezenten Stil, den er suchte, perfekt verkörperte. Es wurde zum Maßstab für den Bau und prägte sowohl das Aussehen als auch die technische Ausrichtung des Endprodukts.

Im Laufe der Konzeptentwicklung wurden zugunsten der Straßentauglichkeit Kompromisse eingegangen. Radikalere Ideen wichen praktischen Entscheidungen. Ein Beispiel war die Verwendung von Glas anstelle der ursprünglich vorgeschlagenen Kunststofffenster. Obwohl leichtere Alternativen – insbesondere für die große Heckscheibe – in Betracht gezogen wurden, führte Tuthills Erfahrung zur Entscheidung für grün getöntes Glas. Das Ergebnis war ein Auto, das seine ästhetischen Ziele beibehielt, ohne an Komfort oder Balance einzubüßen.

Trotz der vernachlässigten Möglichkeiten zur Gewichtseinsparung bleibt das fertige Auto beeindruckend leicht und stabil. Das Ergebnis ist eine Maschine, die durch ihr Fahrwerk und ihre Reifen wunderbar kommuniziert und sowohl bei sportlicher Fahrt auf der Straße als auch bei gelegentlichen Ausfahrten auf der Rennstrecke Spaß macht.

Für Aufsehen sorgte Mats Entscheidung, den Aufbau auf einem Porsche 912 statt dem bekannteren 911 zu basieren. Zwar fehlt ihm der kraftvolle Sound eines Sechszylinder-Boxermotors, doch bietet der 912 Vorteile bei Gewichtsverteilung und Handling. Bei seiner Markteinführung wurde der 912 oft für seine ausgewogenere Balance und fast so hohe Geschwindigkeit wie sein leistungsstärkeres Geschwistermodell gelobt. Dieses Erbe findet bei Enthusiasten, die seine Fahrdynamik schätzen, bis heute großen Anklang.

Für zusätzliche Faszination sorgt der Motor: ein Dean Polopolus „Polo“ 930/4. Dieses seltene Triebwerk kombiniert die Architektur des legendären Sechszylinder-Boxermotors mit einem Vierzylinder-Layout. Während die meisten Polo-Motoren in Porsche 356ern verbaut werden, finden einige – wie der von Mat – ihren Platz in 912ern, wo sie ihre Eigenschaften voll ausspielen. Der 930/4 bietet Leistung und Drehmoment auf dem Niveau früher 911er, behält aber das leichtere, ausgewogenere Fahrgefühl des 912 bei.

Der Motor selbst ist ein technisches Wunderwerk, das die Leistung eines 930 mit den Spitzenkomponenten des 964 und 993 vereint. Ausgestattet mit Doppelzündung und moderner elektronischer Kraftstoffeinspritzung profitiert er enorm von der DTAFast T Series ECU – einem hochentwickelten Motorsteuergerät, das für seine Vielseitigkeit bei der Steuerung von Hochleistungsmotoren bekannt ist. Das T Series ECU ermöglicht die Feinabstimmung von Zündzeitpunkt, Kraftstoffzufuhr und Fahreigenschaften, sodass der Motor mit modernem Ansprechverhalten läuft und gleichzeitig das klassische Fahrgefühl bewahrt. Seine Echtzeit-Protokollierung und seine robusten Tuning-Funktionen haben dazu beigetragen, das volle Potenzial des 2,4-Liter-Motors auszuschöpfen, der pro Zylinder etwas mehr Leistung liefert als das Standardaggregat M64/01 aus dem 964.

Letztlich ist Mats Porsche nicht nur eine Hommage an eine goldene Ära des Motorsports – er ist ein persönlicher Ausdruck von Geschmack, Ingenieurskunst und Liebe zur Straße. Der Weg von der Idee zum fertigen Auto erforderte Zeit, Geduld und die Zusammenarbeit von Experten. Das Ergebnis ist jedoch ein einzigartiger, von Tuthill gebauter 912, der sowohl auf der Straße als auch im Herzen überzeugt – nicht zuletzt dank moderner Elektronik wie der DTAFast T Series ECU, die dafür sorgt, dass der Klassiker mit der Zeit geht.